Wie binde ich Leistungsträger ans Unternehmen?



Volker Schulz - Director Board and Executive in Hamburg - berät Unternehmen aus der Branche bei Themenstellungen wie Board & Executive Search, Executive Appraisals & Audits, Internationale Besetzung von Führungspositionen. Wenn Sie Fragen an ihn haben, nehmen Sie gerne Kontakt mit ihm auf.

Qualifizierte Mitarbeiter sind auf dem Jobmarkt gefragt. Wie bindet man sie ans Unternehmen?


Wie halte ich gute Mitarbeiter im Unternehmen?


Die Zahl der Erwerbstätigen ist auf Rekordniveau und geht einher mit einer historisch niedrigen Arbeitslosenquote. Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie am offenen Arbeitsmarkt kaum noch ihr Personal bekommen. Der Wettbewerb findet deshalb zwischen den Unternehmen selbst statt, aber auch zwischen ganzen Branchen. Die Erneuerbaren werden dadurch in Zukunft verstärkt zum Rekrutierungs-Zielfeld anderer Branchen, die hochkarätiges technologisches Know-how benötigen.

Jagd nach neuen Mitarbeitern


Wenn der Gewinn hoch qualifizierten Personals so schwierig ist wie derzeit, ist der Verlust eines guten Mitarbeiters eine große Belastung. Doch in den Unternehmen selbst ist diese Gefahr bisher kaum erkannt. Und auch der Schutzmechanismus der Mitarbeiterbindung hat noch nicht die Bedeutung, die er haben sollte. In Zeiten des Fachkräftemangels bildet dieses so genannte „Retention Management“ mehr denn je die Grundlage für den strategischen Wettbewerbsvorteil und den langfristigen Unternehmenserfolg. Doch wie funktioniert eigentlich Mitarbeiterbindung? Spontan denkt man zunächst ans Geld.

Kurzfristig kann man hier und da mit monetären Anreizen einen Effekt erzielen. Doch diese Effekte verpuffen sehr schnell, denn Mitarbeiter gewöhnen sich an das, was sie haben. Wer nachhaltige und damit auch wertschöpfungssteigernde Mitarbeiterbindung betreiben will, der muss zwei Aspekte näher betrachten. Der erste Aspekt lautet Fluktuation. Die Bedeutung dieses Indikators ist nicht zu unterschätzen. Wer den Ursachen der Fluktuation auf den Grund geht und herausfindet, aus welcher Motivation heraus Menschen das Unternehmen verlassen, der erkennt auch den Veränderungsbedarf im Unternehmen. Bei den meisten Menschen ist das Einkommen eben gerade nicht die Motivation, zumal deutliche Sprünge nur bei einer gezielten Karriereentwicklung möglich sind und vergleichbare Positionen in der gleichen Gehaltsbandbreite liegen. Wer ein Unternehmen verlässt, der tut dies in aller Regel aus einer tatsächlichen Unzufriedenheit mit den Umständen seiner täglichen Arbeit. Dies bringt uns zum zweiten Aspekt, der Führungs- und Unternehmenskultur. Kernfunktion der Mitarbeiterbindung ist es, qualifizierte Mitarbeiter durch positive Anreize an das Unternehmen zu binden. Die einfachste Form sind Lob und Anerkennung für geleistete Arbeit. Mitarbeiter wollen hören, dass ihnen etwas gut gelungen ist. Führungskräfte gehen oft fahrlässig mit diesem Bedürfnis ihrer Mitarbeiter um. Weitere positive Anreize sind beispielsweise die Möglichkeit, Entwicklungen zu gestalten und selbst Entscheidungen zu treffen. Mitarbeiter wollen erkennen können, dass sie selbst mit ihrer Arbeit etwas bewirken. Wo dies aufgrund der Komplexität der Aufgabenstellung nicht möglich ist, kommt abermals die Führungskraft ins Spiel. Sie muss den Beitrag des Einzelnen zum Unternehmenserfolg verdeutlichen können.

Und schließlich stellt sich Mitarbeitern die Frage, wie Arbeit und Lebensziele in Einklang zu bringen sind. Dazu gehören Karriereperspektiven und Work-Life-Balance gleichermaßen. Wie flexibel ist mein Unternehmen darin, mit meinen unterschiedlichen Lebensphasen umzugehen? Kann ich auf der Basis von flexiblen Arbeitszeitmodellen und differenzierten Gehaltsmodellen meine allgemeinen Bedürfnisse im Leben gleichberechtigt verfolgen?

Antworten auf diese Fragen können nur die Personalabteilungen und Führungskräfte im Zusammenspiel geben. Personaler müssen die entsprechenden Maßnahmen konzipieren, Führungskräfte müssen sie vermitteln. Funktioniert dieses Zusammenspiel, zeigt sich daran auch die gute Unternehmenskultur. Diejenigen Unternehmen mit guter Kultur und wertschätzender Führung werden ihre Mitarbeiter nicht so schnell verlieren.